Überstunden Rechner: Brutto & Netto Auszahlung berechnen
Kostenlos, sofort & exakt — inklusive Steuerklassen-Nettoabschätzung
Wer mehr arbeitet, als im Arbeitsvertrag vereinbart ist, möchte oft wissen: Was springt am Ende finanziell dabei heraus? Mit diesem überstunden rechner ermitteln Sie sofort Ihren exakten Stundenlohn, den Brutto-Wert Ihrer Mehrarbeit sowie die geschätzte Netto-Auszahlung je nach Steuerklasse. So sehen Sie direkt, ob sich die Auszahlung lohnt oder ob ein Freizeitausgleich (Abfeiern) die bessere Wahl ist.
Monatsbrutto ÷ (Wochenstunden × 4,333)Stundenlohn × Zuschlag (%)(Stundenlohn + Zuschlag) × Anzahl Überstunden- Die Formel: Der Stundenlohn wird berechnet, indem das Monatsbrutto durch das 4,33-fache der Wochenarbeitszeit geteilt wird.
- Kein gesetzlicher Zuschlag: Ein Überstundenzuschlag (meist 25%) muss im Arbeits- oder Tarifvertrag (z.B. TVöD) vereinbart sein; das Gesetz schreibt keinen vor.
- Steuerfalle: Da das zusätzliche Geld “on top” zum Gehalt kommt, greift der Grenzsteuersatz. Die Nettoauszahlung der Überstunden ist prozentual geringer als beim normalen Gehalt.
- Alternative: Freizeitausgleich (Abfeiern) ist steuerfrei und schont die Gesundheit.
⏱️ Wie berechne ich Überstunden richtig? (Die Formel)
Wenn Sie Ihre Auszahlung von Überstunden berechnen möchten, reicht es nicht, das Monatsgehalt einfach durch 160 Stunden zu teilen. Die gesetzlich anerkannte und gerichtlich bestätigte Umrechnungsformel nutzt den Faktor 4,33 (genauer: 13 Wochen geteilt durch 3 Monate). Dies liegt daran, dass nicht jeder Monat genau vier Wochen hat, sondern durchschnittlich 4,333 Wochen.
Die Formel lautet daher: Stundenlohn = Monatsbrutto ÷ (Wochenarbeitszeit × 4,33).
Wenn Sie in unserem Rechner Überstunden eingeben, nutzt das Tool im Hintergrund genau diese präzise kaufmännische Formel. Ein Beispiel: Wer 3.500 Euro brutto bei 40 Stunden in der Woche verdient, kommt auf einen Stundenlohn von exakt 20,19 Euro. Multipliziert mit der Anzahl der Mehrarbeitsstunden ergibt dies die Basisvergütung.
⚠️ Die Steuerprogression: Lohnt es sich, Überstunden auszahlen zu lassen?
Viele Arbeitnehmer sind enttäuscht, wenn sie am Monatsende ihren Gehaltszettel sehen. Die brutto netto rechner überstunden Logik unterscheidet sich nämlich vom normalen Gehalt. Das deutsche Steuersystem ist progressiv aufgebaut. Das bedeutet: Jeder Euro, den Sie zusätzlich zu Ihrem normalen Gehalt verdienen, wird mit Ihrem höchsten persönlichen Steuersatz (dem sogenannten Grenzsteuersatz) besteuert.
Wenn Sie also 20 Überstunden auszahlen lassen, fällt der prozentuale Abzug für dieses Extrageld deutlich höher aus als der durchschnittliche Abzug Ihres normalen Monatsgehalts. Deshalb liefert Ihnen unser überstunden auszahlen rechner netto eine realistische Schätzung des Abzugs:
- Steuerklasse 1 & 4: Rechnen Sie mit rund 45 % bis 50 % Abzug (Lohnsteuer + Sozialabgaben) auf den Überstundenbetrag.
- Steuerklasse 3: Hier greift ein etwas moderaterer Abzug, meist um die 35 % bis 40 %.
- Steuerklasse 5 & 6: Hier schlägt die Steuerprogression voll zu. Die Abzüge liegen oft bei satten 55 % bis 60 %.
💶 Überstundenzuschlag: Wer bekommt 25% extra?
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass der Gesetzgeber einen Überstundenzuschlag vorschreibt. Das ist falsch. Laut § 612 BGB ist nur die Grundvergütung der geleisteten Stunden verpflichtend, sofern eine unbezahlte Mehrarbeit nicht wirksam vertraglich vereinbart wurde.
Zuschläge gibt es nur, wenn diese im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag (wie dem TVöD, TV-L oder IG Metall Tarif) explizit festgehalten sind. Ist das der Fall, beträgt der übliche Zuschlag 25 %. Wer an Sonn- oder Feiertagen oder nachts Mehrarbeit leistet, kann sogar von steuerfreien Zuschlägen nach § 3b EStG (Einkommensteuergesetz) profitieren.
📊 Rechenbeispiele aus der Praxis
Um die Mechanik hinter dem brutto-netto rechner mit überstunden zu verdeutlichen, schauen wir uns zwei konkrete Beispiele an, die Sie auch selbst im Tool nachrechnen können:
| Szenario | Eingaben | Brutto-Auszahlung | Netto (Geschätzt) |
|---|---|---|---|
| Beispiel 1: Vollzeit | 4.000 € Monatsbrutto, 40h-Woche 15 Überstunden, 0 % Zuschlag Steuerklasse 1 |
346,18 € (15h × 23,08 €) |
ca. 190,40 € (Abzug durch Progression) |
| Beispiel 2: Tarifvertrag | 3.200 € Monatsbrutto, 38h-Woche 10 Überstunden, 25 % TVöD-Zuschlag Steuerklasse 3 |
243,00 € (Basis 194,40 € + Zuschlag 48,60 €) |
ca. 145,80 € (Moderater Abzug in Kl. 3) |
⚖️ Auszahlen lassen oder Abfeiern (Freizeitausgleich)?
Ob es sinnvoller ist, diesen rechner überstunden auszahlen zu nutzen oder die Stunden als Freizeit zu nehmen, ist eine hochindividuelle Entscheidung. Beim Freizeitausgleich (dem sogenannten “Abfeiern”) entfällt die Steuerfalle komplett. 10 Überstunden entsprechen exakt 10 Stunden Freizeit bei voller Lohnfortzahlung. Wirtschaftlich gesehen machen Sie damit in den meisten Steuerklassen ein besseres “Geschäft”, da der Staat bei Freizeit keine Steuern erheben kann.
💬 Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich 100 Überstunden auszahlen lassen rechner-gestützt?
Gibt es einen speziellen überstunden auszahlen rechner steuerklasse 1?
Wie berechne ich Überstunden bei Teilzeit?
Muss der Arbeitgeber meine Überstunden auszahlen?
Was ist der Unterschied zwischen Mehrarbeit und Überstunden?
- § 612 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) – Vergütungserwartung bei Dienstleistung: gesetze-im-internet.de/bgb
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG) – Regelungen zur zulässigen Höchstarbeitszeit: gesetze-im-internet.de/arbzg
- Einkommensteuergesetz (EStG), § 3b – Steuerfreiheit für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge: gesetze-im-internet.de/estg
- Mindestlohngesetz (MiLoG) – Amtliche Schwellenwerte: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).
Jonas Wendt
Gründer & Betreiber von NordRechner
Jonas Wendt ist Gründer und Betreiber von NordRechner. Nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik in Hamburg arbeitete er mehrere Jahre als Softwareentwickler im Fintech-Bereich, unter anderem an Systemen zur automatisierten Gehaltsabrechnung und Steuerberechnung für mittelständische Unternehmen. Die Idee zu NordRechner entstand aus eigener Erfahrung: Bei der Berechnung von Elterngeld, Steuerklassen und Sozialleistungen stieß Jonas immer wieder auf Rechner, die entweder veraltete Werte nutzten, wichtige Sonderfälle ignorierten oder die zugrunde liegende Berechnung nicht nachvollziehbar machten. 2026 gründete er NordRechner mit dem Ziel, das zu ändern: kostenlose, werbearme Rechner, die jeden Rechenschritt offenlegen und sich ausschließlich auf verifizierte, aktuelle amtliche Quellen stützen — von Gesetzestexten (SGB, BGB, EStG) bis zu offiziellen Verordnungen der zuständigen Bundesministerien und Behörden. Alle Inhalte auf NordRechner werden von Jonas persönlich recherchiert, mit den jeweils aktuellen gesetzlichen Werten abgeglichen und bei Gesetzesänderungen zeitnah aktualisiert. Er lebt und arbeitet in Hamburg.