TVöD Rechner: Gehalt, Entgelttabelle & Netto 2026 berechnen
Gehalt im öffentlichen Dienst für TVöD VKA (Kommunen) und Bund präzise ermitteln – inklusive Stufenaufstieg, Jahressonderzahlung und VBL.
So wurde gerechnet (Rechenweg & Gesetzesparagraphen)
Die Vergütung im kommunalen öffentlichen Dienst berechnet sich nach der Entgelttabelle TVöD VKA:
Rechtliche Grundlagen: Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD VKA), §§ 12, 15, 16, 20 und 25. Stand der Entgelttabelle: 2026.
- Tarifbindung im öffentlichen Dienst: Das Gehalt von Angestellten bei Bund und Kommunen (VKA) richtet sich nach festen Entgeltgruppen (E 1 bis E 15) und Erfahrungsstufen (Stufe 1 bis 6). Willkürliche Gehaltsverhandlungen gibt es nicht; maßgeblich ist die Tätigkeitsbewertung.
- Automatische Stufenaufstiege: Nach festen Stufenlaufzeiten steigen Beschäftigte automatisch in die nächsthöhere Erfahrungsstufe auf: Nach 1 Jahr in Stufe 2, nach weiteren 2 Jahren in Stufe 3, nach 3 Jahren in Stufe 4, nach 4 Jahren in Stufe 5 und nach 5 Jahren in Stufe 6.
- Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld): Nach § 20 TVöD VKA erhalten Beschäftigte im November eine Sonderzahlung: 84,51 % in den Gruppen E 1 bis E 8, 70,28 % in den Gruppen E 9a bis E 12 und 51,78 % in den Gruppen E 13 bis E 15.
- Betriebliche Altersversorgung (VBL / ZVK): Angestellte im öffentlichen Dienst erwerben durch die Zusatzversorgungskasse (z. B. VBL-Klassik) eine lebenslange Zusatzrente. Der Arbeitnehmeranteil beträgt standardmäßig ca. 1,81 % des Bruttogehalts.
- Wochenarbeitszeit: Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt im Tarifgebiet TVöD VKA (Kommunen) 39,0 Stunden pro Woche, im Bereich TVöD Bund 39,0 Stunden (für Tarifbeschäftigte). Bei Teilzeit verringern sich alle Bezüge exakt anteilig.
Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) regelt die Arbeitsbedingungen und Gehälter von mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten bei den Kommunen und beim Bund. Ob Verwaltungsfachangestellte im Bürgeramt, Ingenieure im Bauamt, Erzieherinnen im kommunalen Kindergarten oder IT-Spezialisten im Bundesministerium: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, wird nach transparenten tariflichen Kriterien bezahlt. Ein präziser tvöd rechner hilft Bewerbern und erfahrenen Beschäftigten, das genaue monatliche Brutto- und Nettogehalt nach der aktuellen tvöd tabelle 2026 zu berechnen und die finanzielle Auswirkung von Stufenaufstiegen, Höhergruppierungen und Teilzeitmodellen verlässlich vorherzusehen.
🏛️ Wie funktioniert der TVöD Rechner?
Die Gehaltsfindung im TVöD folgt einem zweidimensionalen Gittersystem: Die vertikale Achse bildet die Entgeltgruppe (E 1 bis E 15) ab, die sich rein nach den Anforderungen der Stelle richtet. Die horizontale Achse spiegelt die Erfahrungsstufe (Stufe 1 bis 6) wider, die mit zunehmender Betriebszugehörigkeit wächst. Unser Tarifrechner führt die Berechnung wie folgt durch:
- Tabellenwert ermitteln: Aus Entgeltgruppe und Stufe wird das tarifliche Grundgehalt für eine Vollzeitstelle (39,0 Wochenstunden nach TVöD VKA) ausgelesen.
- Teilzeitfaktor anwenden: Bei Teilzeitbeschäftigung wird das Entgelt proportional nach § 24 Abs. 2 TVöD herabgesetzt (z. B. 19,5 Stunden = 50 % des Tabellenentgelts).
- Jahressonderzahlung berechnen: Anhand der Entgeltgruppe wird der maßgebliche Prozentsatz nach § 20 TVöD ermittelt und der Auszahlungsanspruch für November ausgewiesen.
- Steuer- und Sozialversicherungsabzüge: Auf Basis der Lohnsteuerklasse und der Beitragssätze für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung wird das monatliche Netto ermittelt.
- VBL-Zusatzversorgung abziehen: Der gesetzliche Pflichtbeitrag zur Zusatzversorgungskasse (VBL Klassik / ZVK) wird als Vorsorgeaufwand berücksichtigt.
- Stufenaufstieg-Vorschau generieren: Der Rechner simuliert automatisch die nächste Stufe und zeigt Ihnen den exakten Brutto- und Netto-Zuwachs beim anstehenden Stufenwechsel.
Bis zur Tarifreform 2017 wurden Beschäftigte bei einer Höhergruppierung oft in eine niedrigere Stufe zurückgestuft, sodass die Gehaltserhöhung minimal ausfiel. Seit der Neuregelung in § 17 Abs. 4 TVöD erfolgt die Höhergruppierung stufengleich: Wer beispielsweise von E 9b Stufe 3 in E 10 aufsteigt, landet direkt in E 10 Stufe 3! Mindestens garantiert der Tarifvertrag einen Garantiebetrag (in den unteren Gruppen 100 €, ab E 9b 180 €), sodass sich ein beruflicher Aufstieg in jedem Fall finanziell spürbar auf dem Gehaltszettel bemerkbar macht.
🏛️ Die Entgeltgruppen des TVöD im Überblick (E 1 bis E 15)
Die Zuordnung zu einer Entgeltgruppe erfolgt nach der Entgeltordnung (§ 12 TVöD) und richtet sich ausschließlich nach der auszuübenden Tätigkeit, nicht nach dem persönlichen Titel:
| Entgeltgruppe | Typische Qualifikation & Anforderungsprofil | Monatliches Grundgehalt (Stufe 1–6) |
|---|---|---|
| E 1 bis E 4 | Einfachste bis angelernte Tätigkeiten, keine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich (z. B. Botendienste, Archivhilfen, Reinigung, einfache Wartung). | ca. 2.355 € bis 3.582 € |
| E 5 bis E 8 | Mittlerer Dienst: Mindestens 3-jährige anerkannte Berufsausbildung (z. B. Verwaltungsfachangestellte, Fachinformatiker, handwerkliche Facharbeiter). | ca. 3.036 € bis 4.262 € |
| E 9a bis E 9c | Verzahnungsbereich: Selbstständige Tätigkeiten mit gehobener Fachkompetenz, Sachbearbeitung mit komplexer Rechtsanwendung. | ca. 3.626 € bis 5.688 € |
| E 10 bis E 12 | Gehobener Dienst: Fachhochschulabschluss, Bachelor, Verwaltungsfachwirt (AL II / BL II), Ingenieure, Teamleiter, Abteilungs-Sachbearbeiter. | ca. 4.195 € bis 7.260 € |
| E 13 bis E 15 | Höherer Dienst: Wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Universitätsdiplom, Staatsexamen), Referenten, Amtsleiter, Dezernenten, IT-Architekten. | ca. 5.009 € bis 9.080 € |
🏛️ Stufenlaufzeiten: Wann steigen Sie automatisch auf?
Im Gegensatz zur Privatwirtschaft müssen Sie im öffentlichen Dienst nicht jedes Jahr um eine Gehaltserhöhung feilschen. Der Stufenaufstieg innerhalb Ihrer Entgeltgruppe erfolgt rein nach der nachgewiesenen ununterbrochenen Tätigkeitszeit beim selben Arbeitgeber (§ 16 Abs. 3 TVöD):
- Stufe 1 (Einstieg): Gilt bei Neueinstellung ohne anerkannte einschlägige Berufserfahrung. Nach exakt 1 Jahr erfolgt der Aufstieg in Stufe 2.
- Stufe 2: Verweildauer 2 Jahre in Stufe 2 vor dem Wechsel in Stufe 3.
- Stufe 3: Verweildauer 3 Jahre in Stufe 3 vor dem Wechsel in Stufe 4.
- Stufe 4: Verweildauer 4 Jahre in Stufe 4 vor dem Wechsel in Stufe 5.
- Stufe 5: Verweildauer 5 Jahre in Stufe 5 vor dem Wechsel in Stufe 6.
- Stufe 6 (Endstufe): Höchste tarifliche Erfahrungsstufe. Sie wird regulär nach 15 Jahren Berufserfahrung in derselben Gruppe erreicht.
Wechseln Sie die Behörde oder die Kommune, wird die Stufe nicht immer 1:1 übernommen. Zwar muss der neue Arbeitgeber einschlägige Berufserfahrung anerkennen (mindestens Stufe 2 bei 1 Jahr Erfahrung, Stufe 3 bei 3 Jahren), die bereits zurückgelegte Restlaufzeit zur nächsten Stufe verfällt jedoch häufig! Wer beispielsweise 2 Jahre und 11 Monate in Stufe 3 gearbeitet hat und dann zu einer anderen Kommune wechselt, verliert den unmittelbaren Anspruch auf Stufe 4 und muss unter Umständen in Stufe 3 wieder bei null Monaten anfangen. Verhandeln Sie vor Unterzeichnung des Arbeitsvertrags zwingend über die Anerkennung förderlicher Zeiten nach § 16 Abs. 5 TVöD!
🏛️ Jahressonderzahlung (§ 20 TVöD): Das tarifliche Weihnachtsgeld
Im öffentlichen Dienst gibt es kein freiwilliges Urlaubsgeld, dafür aber einen tariflich garantierten Rechtsanspruch auf die Jahressonderzahlung. Diese wird mit dem Novembergehalt ausgezahlt. Die Höhe richtet sich nach dem Durchschnittsbrutto der Monate Juli, August und September:
- Entgeltgruppen E 1 bis E 8: 84,51 % des Monatsentgelts (VKA) bzw. 90 % (Bund).
- Entgeltgruppen E 9a bis E 12: 70,28 % des Monatsentgelts (VKA) bzw. 80 % (Bund).
- Entgeltgruppen E 13 bis E 15: 51,78 % des Monatsentgelts (VKA) bzw. 60 % (Bund).
Wer im laufenden Kalenderjahr neu eingestellt wurde, erhält die Jahressonderzahlung anteilig für jeden vollen Kalendermonat der Beschäftigung (Zwölftelung nach § 20 Abs. 4 TVöD).
🏛️ Betriebliche Altersversorgung: Die VBL-Pflichtversicherung
Ein herausragender Vorteil des TVöD ist die tarifvertraglich verankerte Betriebsrente über die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) oder eine kommunale Zusatzversorgungskasse (ZVK). Das Modell basiert auf einer Umlage- und Kapitaldeckung:
- Arbeitgeberbeitrag: Die Kommune bzw. der Bund zahlt den Löwenanteil (in der Regel ca. 5,49 % bis 6,45 % des Bruttogehalts).
- Arbeitnehmerbeitrag: Vom Bruttogehalt des Angestellten werden standardmäßig ca. 1,81 % (Tarifgebiet West) als Eigenanteil einbehalten.
- Versorgungspunkte: Durch die eingezahlten Beiträge erwerben Sie jedes Jahr Rentenpunkte. Im Rentenalter erhalten Sie lebenslang eine spürbare Zusatzrente neben der gesetzlichen Rente.
🏛️ 3 konkrete Berechnungsbeispiele nach TVöD 2026
Die folgenden Szenarien zeigen die reale Entgeltabrechnung für typische Berufsbiografien (Steuerklasse 1, keine Kinder, TVöD VKA, VBL versichert):
Beispiel 1: Erzieherin im städtischen Kindergarten (E 8 / Stufe 3)
Frau Bauer arbeitet Vollzeit (39,0 Stunden). Sie ist seit 4 Jahren im Dienst und befindet sich in Stufe 3.
- Monatliches Tabellenbrutto: 3.864,20 €
- Lohnsteuer (Klasse 1): – 512,18 €
- Sozialversicherungsabgaben (GKV, PV, RV, AV): – 778,64 €
- VBL-Eigenanteil (~1,81 %): – 69,94 €
- Auszahlungsbetrag Netto: ca. 2.503,44 € monatlich
- Weihnachtsgeld (November): 3.864,20 € × 84,51 % = 3.265,63 € brutto (+ ca. 1.840 € netto im November!).
- Stufenaufstieg nach weiteren 2 Jahren (Stufe 4): Brutto steigt auf 4.011,10 € (+ 146,90 € brutto/Monat).
Beispiel 2: Sachbearbeiter in der Stadtverwaltung (E 9b / Stufe 4, Teilzeit 75 %)
Herr Demir arbeitet mit 29,25 Wochenstunden (75 % Teilzeit). Eingruppiert in E 9b, Stufe 4.
- Vollzeit-Grundgehalt: 4.792,30 €
- Auszahlungsbrutto (75 %): 4.792,30 € × 0,75 = 3.594,23 €
- Lohnsteuer (Klasse 1): – 442,30 €
- Sozialversicherungsabgaben: – 724,24 €
- VBL-Umlage: – 65,06 €
- Auszahlungsbetrag Netto: ca. 2.362,63 € monatlich
- Weihnachtsgeld (70,28 %): 3.594,23 € × 70,28 % = 2.525,93 € brutto.
Beispiel 3: IT-Projektleiter / Volljurist (E 14 / Stufe 2)
Frau Dr. Lindemann leitet ein Digitalisierungsprojekt im Regierungspräsidium. Vollzeit, E 14 Stufe 2.
- Monatliches Tabellenbrutto: 6.007,20 €
- Lohnsteuer (Klasse 1): – 1.174,50 €
- Sozialversicherung (an Beitragsbemessungsgrenzen): – 1.108,40 €
- VBL-Eigenanteil: – 108,73 €
- Auszahlungsbetrag Netto: ca. 3.615,57 € monatlich
- Weihnachtsgeld (51,78 %): 6.007,20 € × 51,78 % = 3.110,53 € brutto.
- Nächster Stufenaufstieg (auf Stufe 3 nach 2 Jahren): Gehaltssprung auf 6.565,10 € (+ 557,90 € brutto monatlich!).
🏛️ Was tun als Nächstes? Leitfaden für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
- Arbeitsvertrag & Eingruppierung prüfen: Vergleichen Sie Ihre tatsächlichen Arbeitsaufgaben mit den Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltordnung. Hat sich Ihr Aufgabenbereich dauerhaft erweitert, stellen Sie einen schriftlichen Antrag auf Überprüfung der Eingruppierung (Höhergruppierungsantrag) nach § 12 TVöD.
- Stufenlaufzeiten im Blick behalten: Prüfen Sie auf Ihrer monatlichen Entgeltabrechnung das Datum des nächsten Stufenaufstiegs. Bei unberechtigter Verzögerung fordern Sie die Personalabteilung schriftlich zur Nachzahlung auf (Ausschlussfrist nach § 37 TVöD: 6 Monate!).
- Zusatzurlaub & Entlastungstage nutzen: Prüfen Sie tarifliche Sonderregelungen, Schichtzulagen (§ 8 TVöD) oder Umwandlungstage.
- Vermögenswirksame Leistungen (VWL) beantragen: Nach § 23 Abs. 1 TVöD zahlt der Arbeitgeber monatlich 6,65 Euro (Vollzeit) als vermögenswirksame Leistung. Reichen Sie hierfür einen Bauspar- oder ETF-Sparplanvertrag bei der Bezügestelle ein.
🏛️ Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann gilt TVöD VKA und wann TVöD Bund?
Wie funktioniert der Stufenaufstieg nach TVöD?
Gibt es im TVöD Verhandlungsspielraum beim Gehalt?
Wie hoch ist das Weihnachtsgeld (Jahressonderzahlung) im TVöD 2026?
Was ist der Unterschied zwischen TVöD und TV-L?
Was bedeutet stufengleiche Höhergruppierung?
Was wird für die VBL von meinem Gehalt abgezogen?
Haben Beschäftigte im TVöD Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?
Gesetzliche Quellen & amtliche Grundlagen:
- Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) – Amtliche Tarifverträge und Entgelttabellen TVöD
- Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) – Tarifrecht & Öffentlicher Dienst des Bundes
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 622 – Gesetzliche Kündigungsfristen im Arbeitsverhältnis
Stand der tariflichen Werte, Entgeltstufen und Jahressonderzahlungen: 2026. Alle Berechnungen erfolgen unter Berücksichtigung der amtlichen Tabellen des TVöD VKA.